Hausgemeinschaft muss Rutschgefahr beseitigen


Eine Eigentümergemeinschaft ist gesetzlich dazu verpflichtet, gerade im Herbst gefallene Blätter, Laub und andere Hindernisse zu entfernen, weil Passanten darauf leicht ausrutschen. Dazu müssen Sie Ihren Gemeinschaftsgrund freihalten, sonst kann es teuer werden. Sinngemäß gilt das auch für Wohnungseigentumsgemeinschaften.

Um Unfälle zu vermeiden, müssen Hausgemeinschaften mögliche Rutschgefahren beseitigen.

Ing. Johannes fluckinger, sachverständiger

Die Eigentümer oder Ihr Vertreter sind verantwortlich, die Blätter zu kehren, damit niemand verletzt wird. In einigen Gemeinden übernimmt die Kommune diverse Kehrungen. Dieser – typischerweise kostenlose – Service entläßt aber niemanden aus seiner Pflicht.

Die Gemeinschaft kann niemanden verpflichten, sich selbst zu helfen. Auch die Bestellung einer Fremdfirma hilft nicht vor Bedrohungen und Klagen – ein Betroffener wird sich immer zuerst an den Besitzer und Eigentümer wenden, da er ja typischerweise das Vertragsverhältnis nicht kennt. Eigentlich trifft es dann die Reinigungs- oder Hausmeisterfirma. Wenn diese allerdings zu wenig leistungsfähig oder unterversichert ist, kommen Ansprüche auf alle Eigentümer zu.

Wichtig für WEG und Eigentümergemeinschaften ist es auch, die Reinigungsarbeiten zu überwachen und zumindest stichprobenartig zu kontrollieren. Und im Zweifelsfall sollen Eigentümer selbst zum Besen greifen, damit keine Unfälle passieren.

Hallensperre wegen Risse im Fußboden

Wenn Gutachter eine Hallensperre verfügen, kann die Gemeinde nicht mehr zurück. So ist es kürzlich in der Scheidlunger Turnhalle passiert: Bauliche Mängel machen eine Sperre erforderlich.

Jetzt muss die Stadtverwaltung Scheidling rasch vorbereitende Schritte setzen, um die Schäden zu ermitteln, zu beheben und dann die Halle rasch wieder benutzbar zu machen.

Ein Punkt war die festgestellte Wölbungen im Fußboden, die jedoch für den Bürgermeister „nicht nachvollziehbar“ sei. Jetzt aber habe die Stadt nicht anders handeln können. „Wir mussten die Halle sperren“, sagte Epperlein. Er könne sie nicht auf eigene Ermächtigung freigeben. Das Risiko sei zu groß, dass dann etwas passiere und jemand zu Schaden komme. Dabei gabe es auch Wortmeldungen, dass keine oberflächlichen Risse festgestellt werden können.
Sowohl für den Besitzer als auch den Betreiber der Halle sind regelmäßige Überprüfungen gesetzlich vorgeschrieben. Der Bürgermeister sagt, dass Untersuchungen aller Hallen der Stadt regelmäßig stattfinden. Er sprach von „turnusmäßigen“ Begutachtungen.

Damit man beim springen nicht ausrutscht

Sechs Starblöcke im Hallenbad Langen haben eine neue Oberflächen bekommen.

Im Hallenbad Langen an der Südlichen Ringstraße haben die sechs Startblöcke neue Oberflächen bekommen. Wie die Stadt mitteilt, sind sie rauh und rutschfest. Somit könnten sich die Schwimmer nun noch besser abstoßen. Rund zehn Vereine und Schulen nutzen die Bahnen zum regelmäßigen Training. Außerdem treten Sportlerinnen und Sportler gegeneinander an bei verschiedenen Schwimmfesten, zum Beispiel den Kreismeisterschaften.

Ein Sachverständiger kann berechnen und messen, wie rutschfest solche Sonderoberflächen sein müssen und wie wenig rutschfest sie sein dürfen – denn oft geht es um diesen Kompromiss.

Bodenbeschaffenheit

Ein Fußboden in Tiefgaragen muss Beständigkeit gegen Cloride, Otto- und Dieselkraftstoffe, Motorenöle, Harnstofflösungen, gesättigte Kochsalz-Lösungen sowie Schmierstoffe gemäß den Bau- und Prüfgrundsätzen des Deutschen Instituts für Bautechnik sein. 

Umknicken, Stolpern, Ausrutschen: Was passiert? Warum? Und was kann man dagegen tun?

Laut der Unfallstatistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) aus dem Jahr 2016 lassen sich viele Unfälle auf das Stolpern und Ausrutschen beim Gehen zurückführen. Man spricht hier von den sogenannten SRS-Unfällen (Stolpern, Rutschen und Stürzen). Die Auswertungen zeigt, dass der Anteil an weiblichen Unfallopfern deutlich angestiegen ist und auch dass es einen starken Zuwachs bei den neuen Unfallrenten gab. Dass immer mehr Menschen unter unumkehrbaren Beeinträchtigungen ihrer Arbeitskraft leiden, zeigt sehr eindringlich die Wichtigkeit dieses Themas. Grund genug für uns, die Grundlagen des Stolperns, Umknickens und Ausrutschens einmal ausführlich zu erläutern.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat im Jahr 2008 eine detaillierte Abhandlung zu ihrem Forschungsprojekt „Ermittlung von Einflussfaktoren auf das Stolpern und Umknicken“ veröffentlicht. In dem Projekt ging es darum, Stolpern und Umknicken zu analysieren und herauszustellen, welche Einflussfaktoren das Auftreten begünstigen – beziehungsweise wo präventiv Abhilfe geschafft werden kann. Bei der DGUV finden wir außerdem eine wissenschaftliche Analyse zum Thema Rutschgefahren. Aus diesen Forschungsprojekten geht hervor, welche Bewegungsgrundlagen vorliegen und welche Einflüsse letztlich zu SRS-Unfällen führen können.

Ausrutschen, wenn die Reinigung schlampt

„Mit meinem High-Tech-Gerät kann ich als Sachverständiger genau bestimmen, ob die Fußbodenoberfläche den Normen und Gesetzen genügt“, so Ing. Johannes Fluckinger. Dabei ist es egal, ob die verlegten Fliesen ungenügend oder die Reinigung und Pflege unsachgemäß waren –  zählen tut nur der sogenannte Reibungskoeffizient.  Unter Rutschsicherheit oder auch Trittsicherheit werden Eigenschaften eines Bodenbelags in Bezug auf gleitfördernde Stoffe, wie beispielsweise Wasser, zusammengefasst. Die Frage, warum ein Mensch ausgleitet oder hinfällt, ist relativ einfach zu beantworten. Jeder, der die Kontrolle über seinen Körperschwerpunkt verliert, kann fallen.

Rutschhemmung nach OIB

Nach der OIB-Richtlinie 4 Punkt 3.1.1 für die Bestimmung der Rutschhemmung von Bodenbelägen sind die µ-Werte relevant. Die in den erläuternden Bemerkungen zu OIB-Richtlinie 4, Ausgabe März 2015, zum Punkt 3.1.1 zitierte Studie „Messungen des Gleitreib-Koeffizienten zur Beurteilung des µ-Wertes von begehbaren Oberflächen“ sind nicht verbindlich anzuwenden, es können auch R-Werte oder sonstige Kennwerte herangezogen werden.


Rutschsicherheit

rutschsicherer Holzboden

Unter Rutschsicherheit (gelegentlich auch Trittsicherheit genannt) werden Eigenschaften eines Bodenbelags in Bezug auf gleitfördernde Stoffe, wie Öl, Schmutz oder Wasser, zusammengefasst. 

Viele Faktoren beeinflussen die Rutschsicherheit: Nicht nur der Bodenbelag selbst, sondern z. B. auch Umweltfaktoren, in den Personen und in den konkreten Umständen liegen die Ursachen. Alle Einflussgrößen können hier nicht dargelegt werden und können in keiner Prüfung realitätsnah einfließen. Die Rutschsicherheit von Personen ist insbesondere auf nassen und glatten Böden gefährdet, weil beim Begehen ein Aquaplaning-Effekt auftreten kann.

Der beste Schutz gegen Ausrutschen ist das richtige Schuhwerk

Die Freizeitstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt es auf: Die meisten Österreicherinnen und Österreicher verletzen sich nicht bei außergewöhnlichen Tätigkeiten, sondern im Alltag, zum Beispiel beim Gehen. Besonders gefährdet sind natürlich Seniorinnen und Senioren. Rund 85 Prozent aller Verletzungen bei älteren Menschen entstehen durch Stürze in unmittelbarer Nähe der eigenen vier Wände.

Die Zahl der Verletzungen durch Stürze steigt.

Die häufigsten Gründe sind Ausrutschen und Stolpern. Einfache Maßnahmen und Tipps helfen,  sturzfrei zu bleiben.